Biographie

Manchmal werden Sänger von ihrem Schicksal eingeholt. Für die Rumänin Teodora Gheorghiu, ereignete sich ein solcher Moment durch José Carreras bei der „Julian Gayarre International Singing Competition“. Empört darüber, dass sie bei diesem Wettbewerb, in dessen Jury er war, keinen Preis gewonnen hatte, bestand er darauf, ihr ein Stipendium zu verleihen, das dem Preisgeld entsprach. “Es war das erste Mal, daß mir jemand eine Karriere als Sängerin voraussagte”, sagt sie. Damit war ihr Weg gebahnt.

Künstlerisches Schicksal liegt meist in der Natur verwurzelt – noch heute empfindet sie das Singen oft als eine Art spiritueller Akt: “Der Gesang entspringt in deinem Innersten und strömt aus Dir heraus”.

Nach Wettbewerbspreisen unter anderem beim Concours Reine Elisabeth und nach Erhalt des Stipendiums des Herbert von Karajan Centrums, debütierte sie im Alter von nur 25 Jahren an der Wiener Staatsoper, als deren Ensemblemitglied sie von 2007-2010 fest engagiert war. Dort sang sie eine große Reihe an Hauptrollen des lyrischen Koloraturfachs, wie etwa Adele (Die Fledermaus), die Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Nanetta (Falstaff), Fiakermilli (Arabella), Adina (L’Elisir d’Amore), Elvira (L’Italiana in Algeri), Sophie (Werther) und Eudoxie (La Juive).

In Wien erlebte sie die “reine Freude”, mit so hochkarätigen Kollegen zusammenzuarbeiten, wie Juan Diego Flórez, Neil Shicoff, Leo Nucci, Ramón Vargas, Seiji Ozawa, Ádám Fischer und Franz Welser-Möst, und war bald als eines der weltweit viel versprechendsten jungen Talente bekannt. Als sie Wien dann für eine Karriere als freischaffende Künstlerin verließ, kam der Dirigent Christophe Rousset auf sie zu mit der Idee zu ihrer ersten CD. Diese Hommage an die Sopranistin aus dem 18. Jahrhundert, Anna De Amicis, welche bei dem Label Aparté / Harmonia Mundi erschien, enthält hauptsächlich Ersteinspielungen von Arien von Mozart, Gluck, Borghi, Cafaro und Mysliveček, und wurde von der International Record Review sowie von Opera magazine zur “Disc of the Month” ernannt. Auf BBC Radio Three erhielt die Einspielung während drei aufeinanderfolgenden Wochen den Titel “Disc of the Week”.

Trotz aller Erfolge blieb ihre Einstellung zu ihrer Kunst so weit entfernt wie nur möglich zu derjenigen einer stereotypen Bel Canto Diva. “Ich werde immer versuchen, eine aufrichtige Künstlerin zu sein, der Kunst zu dienen – und nicht das Gegenteil”, sagt Gheorghiu. “Ich möchte mich selbst nicht in den Mittelpunkt stellen.”

Daher ist es nur verständlich, daß sich Teodora Gheorghius Liebe zur Musik und zum Gesang nicht nur auf ihr Opernschaffen beschränkt. Immer wieder war sie auch im Liedfach zu hören, und so folgte im Jahr 2013 eine weitere CD mit dem Titel Art Nouveau. Lieder von Strauss, Zemlinsky, Ravel und Respighi sind hier vereint als exemplarische Zeugnisse des musikalischen Jugendstil in Europa.

Doch so wie sich jeder Mensch stetig weiterentwickelt, unterliegt insbesondere auch der Künstler einem ständigen Reifeprozess, der sich im Falle eines Sängers nicht zuletzt auch in der Stimme widerspiegelt. Schon während ihres letzten großen Erfolges im Sommer 2014 in der Rolle der Sophie in Strauss’ Der Rosenkavalier beim Glyndebourne Festival kündigte sich eine Entwicklung in Teodora Gheorghius Stimme an, die inzwischen konkrete Gestalt angenommen hat und sie künstlerisch auf neue Wege führt.

Nach jahrelanger Erfahrung als lyrischer Koloratursopran sowie mit Repertoire des Bel-Canto ermöglicht ihr der Fachwechsel zum lyrischen Sopran nun auch ganz andere – ursprünglich ungeahnte – neue Rollen darzustellen und zu gestalten. Im Dezember 2014 steht ihr Debüt als Mimì in Puccinis La Bohème an, und im Mai 2015 wird sie in der Rolle der Contessa in Mozarts Le nozze di Figaro eine Tournee durch Japan antreten.

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